Chronik
Eine ziemlich ernsthafte Chronik von Barksen in der Ortschaft Hohenstein
Verfasser: Ferdinand Alms Stand: 15.06.2010
(niemals vollständig und deshalb in andauernder Bearbeitung)
Anmerkungen:
Wenn man ein Haus bauen will, ist es gut zu wissen, auf welchen Grund es zu stehen kommt. Wenn jemand in Barksen seinen Lebensschwerpunkt festmachen will, und er sich fragt: „Was ist das für ein Dorf?“, dann hilft bei der Beantwortung der Frage auch das Wissen über die Vorgeschichte des Ortes und seiner Umgebung.
Wer tiefergehende Informationen sucht, findet sie in der Originalchronik von Edith Patzelt. Sie wurde herausgegeben von der Dorfgemeinschaft Barksen e.V. und ist noch käuflich.
In der Karolingerzeit:
Im Jahre 782, während der Sachsenkriege Karls des Großen, tobte zwischen Franken und Sachsen die Schlacht im Blutbachtal (Süntel) – hier besser bekannt als “Die Schlacht auf dem Dachtelfeld”.
Der Kampf endete mit der Niederlage der Franken. Das Blutbachtal liegt eine halbe Wegstunde nordöstlich von Barksen am Fuße des Hohensteins, es wird auch Totental genannt.
- Wenn ich mir die Waldlandschaft im Hohensteingebiet des Jahres 782 vorstelle, kommen mir Zweifel über eine Schlacht in einem dicht bewaldeten Gebirgstal: Wie will man da zwischen den Büschen und Bäumen mit den Schwertern dem Feind den Kopf abschlagen, so dass sich der Bach von all dem Blut rot färbt?
Wahrscheinlicher erscheint mir eine Schlacht auf dem damals baumfreien Dachtelfeld im Bereich der Blutbachquelle. Vielleicht haben die christlichen Franken die Schlacht verloren, weil in diesem Waldgebiet damals noch so vieles “Teufelsholz” [mutierte (verkrüppelte) Süntelbuchen] wuchs?
Im Mittelalter:
In einer Urkunde 132. vom 4. Febr. 1244 erste Erwähnung eines Meinfridus von Barchusen im Zusammenhang mit einem Eigentumsstreit zwischen dem Bischof von Minden und den Grafen von Scowenborg (Schaumburg).
Im Jahre 1319 wurde erstmals eine Urkunde im Kloster Loccum archiviert, in der die Ortsbezeichnung Barchusen erwähnt wurde.
Barchusen ist mit Berghausen zu übersetzen.
- Man würde den Streithansl heute wohl Manfred aus Barksen nennen,
der Name Manfred bedeutet aber Mann des Friedens ! Dies sollte bei künftigen Namensgebungen bedacht werden.
Nach der Reformation:
Im Dreißigjährigen Krieg belagerte das katholische Heer die Stadt Hameln. Im Juni 1633 kam es im Bereich Welsede – Rohden – Barksen – Hessisch Oldendorf mit den kaiserlichen Truppen unter Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg und den verbündeten Schweden zu einem in dieser Zeit üblichen Gemetzel mit fast 30.000 Mann. Die Evangelischen gewannen und hatten damit Hameln befreit.
- Das Metzeln hatte gewiss zur Folge, dass der größte Teil der Kornernte in der Gemarkung vernichtet war und besonders Kleinbauern mit ihren kleinen Äckern in Not gebracht wurden. Sie hatten auch kaum Geld, sich im nächsten Laden die fehlenden Lebensmittel zu kaufen.
Das war keine schöne Zeit für Barkser Bürger.
Nach dem 2. Weltkrieg:
In den letzten Tagen des Krieges wurde – nach der Befreiung von Hameln und Rinteln am 7. April 1945 durch amerikanische Truppen – der „Weserkessel“ um Hessisch Oldendorf weiterhin verteidigt.
Bis zum 11. April wurden die letzten 8,8-cm-Geschütze der Flakabteilung 82 am Waldrand oberhalb von Segelhorst und Barksen durch Beschuss ausgeschaltet.
Eine letzte deutsche Granatwerfereinheit setzte sich am Mittag dieses Tages über Barksen und Zersen zum Hohenstein ab, und oberhalb des Kreuzsteins „versenkten“ die Soldaten ihre Fahrzeuge im Blutbach. Am Abend war der Weserkessel befreit.
- Anfangs war es auch jetzt noch keine schöne Zeit: Neben der Angst, beim Schwarzschlachten während des Krieges entdeckt oder verraten zu werden, gab es bald darauf auch für mich die Lafette der zerstörten Flak in der Schiefergrube am Mittelberg nicht mehr, auf der ich als dreijähriger Steppke mit meines Vaters Hilfe erstmals “Karussell” gefahren bin. Ein unvergessliches Ereignis!
Es folgten Einquartierungen von heutigen Mitbürgern, die aus ihrer ostdeutschen oder tschechischen Heimat vertrieben worden waren. In fast allen Häusern wurde es eng, sehr eng.
Aber bald veränderte sich vieles zum Guten; als es möglich wurde, mit Mitteln des sogenannten Lastenausgleichs, in Barksen sesshaft zu werden. …
In den Jahren 1972 und 1973 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Langenfeld, Rohden, Segelhorst, Barksen, Zersen, Wickbolsen, Krückeberg und einige andere in die Stadt Hessisch Oldendorf eingemeindet.
Seit dem Inkrafttreten der Gebietsreform am 1. August 1977 gehört die Einheitsgemeinde Hessisch Oldendorf zum Landkreis Hameln-Pyrmont. Die zuständigen Gremien hatten mit großer Mehrheit für das Ausscheiden aus dem Landkreis Grafschaft Schaumburg gestimmt.
Die Einheitsgemeinde Hessisch Oldendorf besteht aus den Ortschaften Fischbeck, Großenwieden, Hemeringen, Hohenstein, Rohdental, Sonnental und Süntel sowie Hessisch Oldendorf.
Zur Ortschaft Hohenstein zählen die Orte Langenfeld, Barksen, Zersen, Wickbolsen und Krückeberg.
Heute:
Barksen hat etwa 480 Einwohner; die Geburtenrate liegt bei 1,5%.